Damage Control öffnen „Master of Silence“
Vier Tracks, Claus Larsen am Mikrofon und ein dichtes Produktionsumfeld aus dem Industrial-Kernbereich.
Damage Control haben am 12. Juni 2026 gemeinsam mit Leæther Strip die EP „Master of Silence“ veröffentlicht. Die digitale Vier-Track-Veröffentlichung bündelt „Oblivion“, „Rage“, „Obstacles“ und „Crowned“ und wird auf Bandcamp den Feldern Electronic, Dark Ambient, EBM und Industrial zugeordnet. Damit steht der Release klar im elektroiden Kernbereich der Szene, ohne daraus eine große Albumgeste zu machen: „Master of Silence“ funktioniert als kompakte, bewusst gebündelte Zusammenarbeit, die ihre Spannung gerade aus der Konzentration gewinnt.
Im Bandcamp-Profil von Damage Control wird das Projekt als Remote-Collab mit Melbourne-Bezug beschrieben; neben Bill Barsby, Alex Wise, Richard Thacker und Craig Huxtable werden dort auch Claus Larsen, Chris Peterson, Greg Reely und Josh Rombout als Beteiligte geführt. Für die Wahrnehmung der EP ist das wichtig, weil „Master of Silence“ weniger wie ein Gastauftritt am Rand wirkt als wie eine gezielte Verdrahtung mehrerer Industrial-Biografien.
Besonders ins Gewicht fällt Claus Larsen alias Leæther Strip. Der dänische EBM-/Electro-Industrial-Name trägt die Stücke nicht nur als Feature, sondern prägt ihre Außenwirkung. Wo Damage Control die Kompositionen liefern, wird Larsens Stimme zum direkten szenischen Signal: rau, markant und sofort erkennbar. Das ist für eine News zur EP mehr als ein bloßes Namensdetail, denn Leæther Strip steht seit Jahrzehnten für jene Form elektronischer Härte, in der Körpermechanik und verletzliche Dringlichkeit dicht beieinanderliegen.
Auch die Vorgeschichte der Veröffentlichung gehört zum Bild. „Rage“ und „Oblivion“ wurden im Damage-Control-Katalog bereits vor der EP als eigene Einträge geführt und rahmen die Veröffentlichung nun gemeinsam mit „Obstacles“ und „Crowned“. Aus zuvor einzeln greifbaren Stücken wird damit ein geschlossenerer Zusammenhang, der die Zusammenarbeit nicht nur ankündigt, sondern in vier Kapiteln festhält. Die EP liest sich dadurch nicht wie eine lose Sammlung, sondern wie eine nachträglich verdichtete Momentaufnahme.
Das Produktionsumfeld unterstreicht diesen Ansatz. Chris Peterson produzierte die EP; Greg Reely wird in den verfügbaren Angaben ebenfalls im Produktionskontext geführt, der vorliegende Pressetext nennt ihn als Engineer. Bei „Obstacles“ kommen dem Pressetext zufolge zusätzlich Synthesizerparts von Peterson und Programmierung von Josh Rombout von SIRUS hinzu. Solche Details sind hier mehr als technisches Beiwerk, weil sie die Richtung des Materials markieren: kontrollierte Härte, internationale Fernarbeit und ein Klangverständnis, das Industrial nicht als Nostalgie behandelt, sondern als präzise Handwerksform weiterdenkt.
Quellenhinweise
Offizielle Bandcamp-Seite von Damage Control zu „Master of Silence“ mit Release-Datum, Trackangaben, Tags und Projektinformationen. https://damagecontrol5.bandcamp.com/album/master-of-silence
Bandcamp-Seite von Metropolis Records mit Katalogeintrag zur Veröffentlichung. https://metropolisrecords.bandcamp.com/
Offizielle Bandcamp-Seite von Damage Control zu „Oblivion“ als vorherigem Einzeleintrag. https://damagecontrol5.bandcamp.com/track/oblivion
Offizielle Bandcamp-Seite von Damage Control zu „Rage“ als vorherigem Einzeleintrag. https://damagecontrol5.bandcamp.com/track/rage